Über innere Abschlüsse ohne sichtbare Veränderung 

 

Nicht jede Veränderung beginnt mit einer Kündigung, einem Neuanfang oder einer großen Entscheidung. Manchmal läuft im Außen erst einmal alles weiter. Menschen gehen zur Arbeit, übernehmen Verantwortung und erledigen ihre Aufgaben. Und trotzdem verändert sich innerlich bereits etwas.

In meiner Coachingpraxis begegnen mir immer wieder Menschen, die irgendwann merken:
„Eigentlich passt alles noch. Aber irgendwie passt es nicht mehr richtig zu mir.“

Gerade das macht solche Phasen oft so schwer greifbar. Es gibt keinen großen Konflikt, keine Krise und keinen offensichtlichen Grund, etwas zu verändern. Die Rolle funktioniert noch, die Sicherheit ist da und nach außen wirkt vieles stabil. Und dennoch entsteht langsam das Gefühl, innerlich nicht mehr ganz verbunden zu sein mit dem, was man tut oder wie man lebt.

Viele versuchen dann, dieses Gefühl wegzuschieben. „Es ist doch eigentlich alles gut.“ Oder: „Warum sollte ich etwas infrage stellen, das funktioniert?“ Doch innere Veränderungen beginnen oft lange bevor im Außen etwas sichtbar wird. Nicht laut oder dramatisch, sondern leise.

Man merkt vielleicht nur, dass Dinge, die früher selbstverständlich waren, plötzlich Kraft kosten oder sich leer anfühlen. Dass man zwar weiterhin funktioniert, innerlich aber längst begonnen hat, sich neu auszurichten.

Das bedeutet nicht automatisch, dass sofort etwas verändert werden muss. Aber vielleicht beginnt genau dort etwas Wichtiges: die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen.

Denn manche Abschiede beginnen nicht im Außen, sondern mit dem stillen Gedanken:

„Ich glaube, ich bin innerlich schon weiter.“

Herzlichst
Ihre Petra Flachsbarth

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