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Liebe Leser*innen schön, dass Sie wieder hier sind!

I n Zeiten der ständigen unvorhersehbaren Veränderungen nimmt das Thema Selbstfürsorge einen immer größeren Raum ein. Was ist das „Selbstfürsorge“? Selbstfürsorge ist laut Wikipedia „… der Prozess, sich auf physischer und psychischer Ebene um seine eigene Gesundheit zu kümmern …“ (wikipedia.org/wiki/Selbstfürsorge)
Aber was genau steckt dahinter? Aus meiner persönlichen Sicht hat Selbstfürsorge im ersten Schritt immer etwas mit Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung zu tun. Denn nur, wenn wir in der Lage sind wahrzunehmen/festzustellen, dass wir nicht in der Balance sind, z.B. Anspannung/Verspannung fühlen, können wir etwas verändern.
Sofern wir uns mit Selbstwahrnehmung noch schwertun, können wir z.B. Partner*in, Vertraute oder Freunde bitten, uns ein Feedback zu geben, wie sie uns wahrnehmen. Wir können aber auch bei uns selbst nach Anzeichen wie Gereiztheit, Ärger, großer Erschöpfung und eingeschränkter Erholungsfähigkeit Ausschau halten. Dies gelingt z.B., wenn man hin und wieder das kleine folgende Experiment durchführt. Probieren Sie es einfach mal aus!

Experiment

Beobachten Sie sich selbst, jetzt in diesem Moment – nichts ändern, nur beobachten:

  • Wo sitzen Sie in diesem Moment?
  • Wie genau ist Ihre Körperhaltung (z.B. aufrecht, verdreht, eingesunken, entspannt …)?
  • Wie ist Ihr Körpergefühl (z.B. unruhig, schwer, erstarrt, müde, frisch …)? Keine Sorge, wenn Sie nicht gleich etwas fühlen, es braucht manchmal etwas Übung, sich seinem Körpergefühl zuzuwenden. Wie atmen Sie? (z.B. flach, leicht, gepresst, tief in den Bauch …)

Wenn Sie Anspannung/Verspannung fühlen, überlegen Sie nun, was Sie tun können, um sich ein wenig zu entspannen.
Hier zwei Beispiele:
1. Sie fühlen sich innerlich unruhig:
Dann hilft es vielleicht, wenn Sie sich auf Ihrem Platz zurücklehnen, sodass Sie die Rückenlehne Ihrer Sitzgelegenheit spüren.
Ändert dies etwas?

Oder Sie ändern Ihre Sitzunterlage und nehmen wahr, wie Sie jetzt sitzen.
Was hat sich verändert?

Wie ist Ihre Beinhaltung? Ist Ihre Beinhaltung gestreckt, so dass nur die Fersen Kontakt zum Boden haben? Stellen Sie die Füße einmal auf.
Wie ist es jetzt?

Auch Ihre Atmung kann bei Unruhe für Entlastung sorgen. Probieren Sie einmal die Wechselatmung: Nehmen Sie Ihren Zeigefinger und verschließen das linke Nasenloch, sodass Sie durch das rechte Nasenloch einatmen können. Nach diesem Atemzug verschließen Sie das rechte Nasenloch. Atmen Sie über das linke Nasenloch aus. Beim nächsten Atemzug atmen Sie über das freie linke Nasenloch ein, verschließen es und lassen die Luft durch das rechte Nasenloch wieder ausströmen.
Die Wechselatmung entspannt und bewirkt zudem einen Ausgleich zwischen den beiden Hirnhälften.

Beobachten Sie Ihren Atem: was hat sich verändert? Und wie ist es jetzt um Ihr Wohlbefinden bestellt im Vergleich zum Beginn des Experiments?

2. Fühlen Sie sich schwer oder innerlich erstarrt oder wissen Sie vielleicht nicht, was Sie fühlen, dann könnten Sie versuchen Flexibilität zu erzeugen:
Bewegen Sie ihren Kopf hin und her oder lassen Sie Ihre Fuß- oder Handgelenke kreisen.
Wie ist es jetzt?

Stehen Sie einmal auf und während Sie tief einatmen, heben Sie Ihre gestreckten Arme über den Kopf. Beim nächsten Ausatmen – gerne auch mit Geräusch – lassen Sie ihre Arme entspannt nach unten fallen. Wiederholen Sie 3x.
Wie ist es jetzt?

Stehen Sie aufrecht und klopfen Sie ihren gesamten Körper am Kopf beginnen von oben nach unten ab – atmen nicht vergessen!
Beobachten Sie Ihren Atem: was hat sich verändert? Und wie ist es jetzt um Ihr Wohlbefinden bestellt im Vergleich zum Beginn des Experiments?

Wie schaffen wir es, zwischendurch immer einmal wieder innezuhalten?

In Klöstern der christlichen und buddhistischen Welt erklingt in festgelegten zeitlichen Abständen eine Glocke. Sie soll die Menschen daran erinnern, wieder in den gegenwärtigen Augenblick zurückzufinden. Die Idee ist, dass wir kurz innehalten, uns des Momentes bewusstwerden, auf unsere Atmung/Körperhaltung achten und erkennen, was wir gerade tun.
Wäre es nicht leicht einen solchen Impuls – es muss ja keine Glocke sein – in unseren Alltag einzubauen? Hören oder sehen wir diesen Impuls, so halten wir für einen kurzen Moment inne und nehmen uns auf unsere eigene Art und Weise wahr.
Zu Beginn müssen wir uns beim Wahrnehmen des Impulses noch konzentrieren, um in den Augenblick zu finden, nach einer Weile jedoch geht es wie von allein.
Berichten Sie mir Ihre Erfahrungen, ich freue mich schon sehr darauf!

Herzlichst, Ihre Petra Flachsbarth