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Mutig zu sein heißt nicht, keine Angst zu haben. Im Gegenteil: Mut bedeutet, seine Angst anzuerkennen und dennoch zu handeln. Das klingt vielleicht widersprüchlich, doch genau in diesem Zusammenspiel liegt die Kraft, die uns wirklich wachsen lässt. Wenn wir Mut nicht als das Fehlen von Angst verstehen, sondern als den bewussten Umgang mit ihr, können wir einen völlig neuen Blick auf uns selbst und unsere Entscheidungen werfen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst – sondern das Wissen, dass etwas wichtiger ist als Angst
Häufig stellen wir uns mutige Menschen als furchtlose Helden vor – doch das ist ein Mythos. Mutige Menschen haben sehr wohl Angst, aber sie haben einen Grund gefunden, der wichtiger ist als ihre Furcht. Psychologisch gesprochen verleiht ihnen dieser Grund – sei es ein Ziel, eine Überzeugung oder die Liebe zu jemandem – eine tiefere Bedeutung, die die Angst überlagert. Sie erfahren eine sogenannte “intrinsische Motivation”: Etwas in ihnen selbst gibt ihnen die Kraft, ihre Angst zu überwinden.
Dieser innere Antrieb sorgt dafür, dass die Angst nicht verschwindet, aber an Macht verliert. Indem wir erkennen, dass bestimmte Dinge wertvoller sind als unsere Furcht, geben wir uns selbst die Erlaubnis, über sie hinauszuwachsen. Und hier liegt das Geheimnis: Wir machen uns bewusst, dass die Angst ein Teil von uns ist, aber nicht unsere Entscheidungen kontrollieren muss.
Mut heißt, Angst zu haben und es trotzdem zu tun
Mut ist oft kein einziger Moment der Tapferkeit, sondern eine Serie kleiner Schritte, die wir trotz der Angst machen. Stellen wir uns das so vor: Angst ist das Warnsystem des Körpers, das uns schützt. Es signalisiert uns mögliche Gefahren und versucht, uns vorsichtig zu machen. Wenn wir die Angst jedoch einfach ignorieren oder verdrängen, kann sie stärker werden, weil sie das Gefühl hat, “nicht gehört” zu werden.
Echter Mut bedeutet, mit der Angst in einen Dialog zu treten. Ein mutiger Mensch sagt: “Ja, ich habe Angst, aber ich habe mich entschieden, das trotzdem zu tun.” Psychologisch gesehen, lernen wir dabei, dass wir die Kontrolle über unsere Reaktionen haben, auch wenn wir die Emotion nicht auslöschen können. Indem wir trotz der Angst handeln, stärken wir unser Selbstvertrauen und unsere innere Widerstandskraft. Wir machen die Erfahrung, dass wir fähig sind, mit Angst umzugehen – und gewinnen jedes Mal ein bisschen mehr Freiheit zurück.
Wenn die Angst an Ihre Tür klopft und Sie den Mut haben sie zu öffnen, um dann festzustellen, dass niemand davorsteht – das heißt Angst zu haben und es trotzdem zu tun!
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst
Häufig wird Mut als Gegensatz zur Angst verstanden – als etwas, das die Angst besiegen oder auslöschen könnte. Doch das führt zu einem Missverständnis. Angst ist eine natürliche Emotion, tief in unserem menschlichen Überlebensinstinkt verwurzelt. Ohne Angst würden wir uns womöglich in gefährliche Situationen begeben, die unser Leben gefährden könnten. Angst warnt uns und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahren, sie gehört also zu unserem Schutzmechanismus.
Mut ist daher nicht die Abwesenheit oder das Gegenteil von Angst, sondern eine Antwort auf sie. Mut bedeutet, sich trotz der Angst für das zu entscheiden, was uns wichtig ist. Psychologisch betrachtet, ist das eine Form der emotionalen Intelligenz: Die Fähigkeit, unsere Gefühle wahrzunehmen und in unseren Handlungen zu integrieren, anstatt von ihnen kontrolliert zu werden.
Mutig sein ist eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung
Die Angst bleibt dabei ein Wegbegleiter, der uns manchmal schützt, aber uns nicht einschränken muss. Mut ist, wenn wir uns von der Angst nicht lähmen lassen und das tun, was uns wirklich wichtig ist. Jedes Mal, wenn wir diese Wahl treffen, erweitern wir unseren Handlungsspielraum und wachsen als Persönlichkeit. Und das Beste daran? Mut kann trainiert werden – jedes kleine “Trotzdem” macht uns ein Stück stärker und selbstbewusster.
Am Ende ist Mut also ein Weg, sich selbst und das Leben immer wieder aufs Neue zu entdecken – ein Schritt nach dem anderen. Sie wünschen sich Hilfe, ich unterstütze Sie gerne!
Herzlichst, Ihre Petra Flachsbarth